AZ Bingen: Graffiti am Juz

BINGEN – Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die größte öffentliche Graffitifläche in Bingen, unterhalb des JUZ, ziert seit einigen Wochen ein geradezu gigantisches Gesamtkunstwerk, das nun, da die Gerüste abgebaut sind, endlich in voller Pracht bewundert werden kann. Entstanden ist das in Pink-, Orange- und Blautönen gehaltene Werk, das sich aus den einzelnen Arbeiten zahlreicher Graffitikünstler vor allem aus dem Raum Rhein-Main zusammensetzt, während des Dritten Four Elements Jam im JUZ, der kürzlich stattfand.

 

Graffiti JuZ

Wichtige Adresse für Sprayer

Seit drei Jahren organisieren TieftonKultur immer im Sommer den Four Elements Jam in Bingen. Mittlerweile hat sich die Veranstaltung, die Ursprünge und Ideale der Hiphop-Kultur zelebrieren soll, zu einer wichtigen Adresse für Sprayer, Djs, Breakdancer und Rapper – die vier Elemente des Hiphop – entwickelt. „Die Künstler kamen in diesem Jahr aus ganz Deutschland“, rekapituliert Frank Jung von TieftonKultur, „Arm & Hässlich sind zum Beispiel aus München angereist, Dude & Phaeb aus Leipzig.“ Gemeinsam habe man, so Jung, zwei tolle Tage miteinander verbracht und gleichzeitig einiges auf die Beine gestellt. „Mit dem Four Elements Jam möchten wir Bewusstsein dafür schaffen, dass Hiphop mehr und eigentlich auch etwas ganz anderes ist als die Attitüde von Sido oder Bushido, worauf es in der Öffentlichkeit gern reduziert wird, wir möchten junge Leute an die Kunst heranführen und natürlich gemeinsam Spaß haben.“

Entsprechend fließend zeigten sich im JUZ die Übergänge zwischen den vier Elementen ebenso wie zwischen Künstlern und Gästen. „Arm & Hässlich beispielsweise haben sich selbst mit Graffiti an der JUZ-Außenwand verewigt, und auch für junge Sprayer aus Bingen haben wir noch Flächen gefunden.“

Sehr erfreut zeigt sich Jung, dass in diesem Jahr das Gebäude legal bis zum Ausgang zur Mainzer Straße als Sprühfläche genutzt werden konnte. „Denn die vielen Künstler, die nach Bingen kommen, stellen uns auch vor Probleme. Der Nachwuchs, der hier mit gestandenen Sprayern ins Gespräch kommt und ihnen bei der Arbeit zusehen kann, möchte natürlich auch selbst aktiv werden, aber bestehende Graffiti sollen nicht gleich wieder übermalt werden.“

Für mehr legale Fläche

Deshalb sähe Jung gerne noch mehr legale Flächen zum Ausprobieren in Bingen, wie etwa an der Unterführung zum Rhein-Nahe-Eck. „Ideal für uns wäre die Brücke gegenüber vom JUZ, aber da hat das Land das Sagen.“ Man bleibe an der Thematik aber dran, verspricht Jung.

Allerhöchstens ein Jahr lang werden die fertigen Arbeiten nun die Umgebung des JUZ Bingen bunt färben, ehe im nächsten Jahr mit dem vierten Four Elements Jam neue Künstler neue Werke schaffen sollen. „Wir planen auf jeden Fall, die Reihe fortzusetzen“, sagt Jung, und betont: „Es ist einfach von unschätzbarem Wert, dass es in Bingen einen Ort wie das JUZ gibt, wo in Selbstverwaltung solche Aktionen geplant und durchgeführt werden können.“

 

http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/bingen/bingen/graffiti-am-juz_14450957.htm

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*