Willkommen auf den Seiten des JuZ Bingen - Jugendzentrum in Selbstverwaltung

Über uns

Herzlich willkommen… Das JuZ soll einen Raum schaffen und erhalten, in dem jeder einzelne sich ohne Bevormundung und übermäßige Reglementierung von außen, jedoch unter Berücksichtigung der Interessen und der Person seiner Mitmenschen einbringen bzw. selbst weiter »

Kaffee von Aroma Zapatista

aroma zapatista plakatSeit heute kannst du im Juz neben allerlei Getränken auch Kaffee vom selbstverwalteten Kaffeekollekktiv „Aroma Zapista“ kaufen. Der Kaffee stammt aus solidarischem Handel mit zapatistischen Kooperativen in Mexiko. Das bedeutet unter Anderem, dass der Kaffee direkt vom Kaffeekollektiv importiert wird, dieses steht im Austausch mit den Kaffeebäuer_innen und zahlt diesen einen Preis der über dem Fairtrade Niveau liegt. Mehr Informationen findest du auf aroma-zapatista.de.

AZ Bingen: Graffiti am Juz

BINGEN – Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die größte öffentliche Graffitifläche in Bingen, unterhalb des JUZ, ziert seit einigen Wochen ein geradezu gigantisches Gesamtkunstwerk, das nun, da die Gerüste abgebaut sind, endlich in voller Pracht bewundert werden kann. Entstanden ist das in Pink-, Orange- und Blautönen gehaltene Werk, das sich aus den einzelnen Arbeiten zahlreicher Graffitikünstler vor allem aus dem Raum Rhein-Main zusammensetzt, während des Dritten Four Elements Jam im JUZ, der kürzlich stattfand.

 

Graffiti JuZ

Wichtige Adresse für Sprayer

Seit drei Jahren organisieren TieftonKultur immer im Sommer den Four Elements Jam in Bingen. Mittlerweile hat sich die Veranstaltung, die Ursprünge und Ideale der Hiphop-Kultur zelebrieren soll, zu einer wichtigen Adresse für Sprayer, Djs, Breakdancer und Rapper – die vier Elemente des Hiphop – entwickelt. „Die Künstler kamen in diesem Jahr aus ganz Deutschland“, rekapituliert Frank Jung von TieftonKultur, „Arm & Hässlich sind zum Beispiel aus München angereist, Dude & Phaeb aus Leipzig.“ Gemeinsam habe man, so Jung, zwei tolle Tage miteinander verbracht und gleichzeitig einiges auf die Beine gestellt. „Mit dem Four Elements Jam möchten wir Bewusstsein dafür schaffen, dass Hiphop mehr und eigentlich auch etwas ganz anderes ist als die Attitüde von Sido oder Bushido, worauf es in der Öffentlichkeit gern reduziert wird, wir möchten junge Leute an die Kunst heranführen und natürlich gemeinsam Spaß haben.“

Entsprechend fließend zeigten sich im JUZ die Übergänge zwischen den vier Elementen ebenso wie zwischen Künstlern und Gästen. „Arm & Hässlich beispielsweise haben sich selbst mit Graffiti an der JUZ-Außenwand verewigt, und auch für junge Sprayer aus Bingen haben wir noch Flächen gefunden.“

Sehr erfreut zeigt sich Jung, dass in diesem Jahr das Gebäude legal bis zum Ausgang zur Mainzer Straße als Sprühfläche genutzt werden konnte. „Denn die vielen Künstler, die nach Bingen kommen, stellen uns auch vor Probleme. Der Nachwuchs, der hier mit gestandenen Sprayern ins Gespräch kommt und ihnen bei der Arbeit zusehen kann, möchte natürlich auch selbst aktiv werden, aber bestehende Graffiti sollen nicht gleich wieder übermalt werden.“

Für mehr legale Fläche

Deshalb sähe Jung gerne noch mehr legale Flächen zum Ausprobieren in Bingen, wie etwa an der Unterführung zum Rhein-Nahe-Eck. „Ideal für uns wäre die Brücke gegenüber vom JUZ, aber da hat das Land das Sagen.“ Man bleibe an der Thematik aber dran, verspricht Jung.

Allerhöchstens ein Jahr lang werden die fertigen Arbeiten nun die Umgebung des JUZ Bingen bunt färben, ehe im nächsten Jahr mit dem vierten Four Elements Jam neue Künstler neue Werke schaffen sollen. „Wir planen auf jeden Fall, die Reihe fortzusetzen“, sagt Jung, und betont: „Es ist einfach von unschätzbarem Wert, dass es in Bingen einen Ort wie das JUZ gibt, wo in Selbstverwaltung solche Aktionen geplant und durchgeführt werden können.“

 

http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/bingen/bingen/graffiti-am-juz_14450957.htm

Neuer Billardtisch fürs JuZ

Danke an Sören für diesen lieben Artikel in der AZ!  

 

BINGEN – (söh). Nach mehreren Jahren, in denen die Billardfans unter den JUZlern neidisch auf die Kickerspieler schauen mussten, können nun im JUZ Bingen auch wieder Queues geschwungen werden. Ein brandneuer Billardtisch steht in den Räumlichkeiten des JUZ und wartet auf Spieler. Brandneu? Ok, nicht ganz, aber das sieht man dem Tisch nicht an. Es handelt sich um eine Spende der Offenen Jugendarbeit Gau-Algesheim, die das JUZ „von sozialem Projekt zu sozialem Projekt“, so die Worte von Mitarbeiterin Daniela Weis, unterstützt.

„Es wird wirklich Zeit, dass man im JUZ wieder Billard spielen kann“, freut sich die zweite Vorsitzende Shanna Reis. „Billard und Kicker waren immer die Herzstücke des regulären Thekenbetriebs, seit wir keinen Tisch mehr hatten fehlte wirklich etwas“. Mit der Anschaffung des Billardtisches verbindet man im JUZ die Hoffnung, die Theken unter der Woche ein wenig zu beleben. „Das kostenlose Billardspiel war früher immer ein Highlight im JUZ, gerade für junge Aktive, die sich nach der Schule hier engagieren. Auch für die möchten wir das JUZ ein Stück attraktiver gestalten. Als nächstes steht dann die Generalüberholung des Siebdrucks an.“

http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/bingen/bingen/billardtisch-im-juz-eingetroffen_14159849.htm

 neuer billard

AJK Bad Kreuznach: Wir geben nicht auf!

Wir geben nicht auf
Neue Umbauauflagen gefährden Existenz des Kulturzentrums Planigerstraße.

Liebe Kreuznacher,
ein Jahr betreiben wir, die Alternative Jugendkultur e.V., nun schon unser Kulturzentrum in der Planigerstraße.
Die Besucher unserer Konzerte sind begeistert von unserem kulturellen Angebot. Auf unserer Bühne standen schon zahlreiche Kreuznacher Künstler, aber auch Musiker aus Russland, Argentinien, Italien und ganz Deutschland. Das gute Programm lockt nicht nur Gäste, wir freuen uns auch, viele neue ehrenamtliche Helfer bei uns begrüßen zu können. Als Höhepunkt erlebte der Verein die Auszeichnung mit dem Hans-Staab-Sozialpreis, der uns zeigte, wie viel Anerkennung unser unabhängiges und selbstverwaltetes Projekt in Bad Kreuznach erntet.
Wie Sie in der Presse 2013 verfolgen konnten, bauten wir ein Jahr lang das ehemalige Hambo und Remember me zum Kulturzentrum um. Dabei begleiteten uns zahlreiche ehrenamtliche Helfer und engagierte Firmen. Natürlich waren uns auch damals schon die aktuellen Auflagen an öffentliche Räume bekannt und wir taten unser Möglichstes diesen schon während des Umbaus zu begegnen.
Um auch langfristig den Unterhalt unseres Gebäudes aus den Einnahmen des Getränkeverkaufs sicher zu stellen, beantragten wir nun die Konzessionierung unseres Kulturzentrums bei der Stadt. Leider tauchten bei einer erneuten Begehung mit Bau- und Ordnungsamt bauliche Mängel in Hinsicht auf Sicherheit und Brandschutz auf, die bei den vergangenen Begehungen nicht erkannt wurden. Diese Tatsache stellt den Verein nun vor eine große finanzielle Herausforderung, da die Mittel des Umbaus erschöpft sind und noch keine Rücklagen gebildet werden konnten.
Wir sind auf die Hilfe engagierter Mitbürger angewiesen, denen die kulturelle Vielfalt in Bad Kreuznach ein Anliegen ist. Unserer Spendenziel müssen 10 000 € sein, um die geforderten Standards umsetzen zu können. Helfen Sie mit und leisten einen Beitrag auf unser Konto:
Sparkasse Rhein-Nahe
Kontonr: 17066044
BLZ: 560 501 80

Sehr gerne stellen wir als gemeinnütziger Verein auch Spendenbescheinigungen für Ihre Unterstützung aus, einfach Adresse im Verwendungszweck vermerken.

Wir hoffen es finden sich genug engagierte Bürger, um unser Projekt nicht nach einem Jahr als gescheitert betrachten zu müssen.
Vielen Dank, Ihr Team der Alternativen JugendKultur e.V.

ANTIRASSISTISCHE DEMONSTRATION IN MAINZ AM 8.2. 16H HBF

RE­FU­GEES WEL­CO­ME! RAS­SIS­MUS RAUS AUS KÖP­FEN UND ÄM­TERN

Als Reaktion auf die rassistische Mobilmachung gegen Asylbewerber_innenheime und die europäische Abschiebepolitik wollen wir hier in Mainz als Demonstration, Bündnis und Einzelpersonen wie vielerorts in Deutschland ein Zeichen der Solidarität setzen.

Die derzeitige Situation der Geflüchteten in Europa ist geprägt durch Kriminalisierung und Abschottung. Abgelehnte Asylbewerber_innen werden in die Illegalität getrieben und Tausende Flüchtlinge sterben an den EU-Außengrenzen, z. B. im Mittelmeer vor Lampedusa oder am griechischen Grenzfluss Evros.

In vielen Städten haben sich Bürger_innenbewegungen und Bürger_inneninitiativen gegründet, um gegen die Unterbringung der Geflüchteten zu protestieren und Bedrohungsängste vor den konstruierten Fremden in der Gesellschaft zu schüren. Doch hierbei bleibt es vielerorts nicht. So haben bereits verschiedene Angriffe auf Asylbewerber_innenunterkünfte stattgefunden, die letzten Anschläge in Schneeberg und Wohratal beschwören geradezu die Assoziation mit der Pogromstimmung Anfang der 90er Jahre herauf. weiterlesen

Das IVI wurde geräumt!

Heute wurde das „Institut für vergleichende Irrelevanz“ in Frankfurt a.M geräumt. Seit 2003 bot das IVI als centro sociale einen Raum in welchem Menschen unabhängig ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, ihres Alters oder Sexualität die Möglichkeit hatten, sich so frei wie möglich von gesellschaftlichen Zwängen selbstbestimmt zu bewegen. Dieser Raum wurde jetzt geschlossen nachdem die Franconofurt AG das Gebäude von der Uni aufgekauft hatte. Damit wurde ein weiterer selbstverwalteter Freiraum in der Region zerstört, dem gilt es Widerstand entgegen zu setzten!

Aus diesem Grund ruft das IVI für heute um 16h an der Galluswarte und für Morgen, Dienstag den 23.04. um 18h am Kaisersack auf zu Demonstrationen unter dem Motto “IvI geht weiter! Wir nehmen uns was wir brauchen!” auf. Mehr Infos auf ivi.copyriot.com/tag-x1-demo .
Für die Erhaltung und Schaffung selbstorganisierter Räume!

Flohmarkt im JuZ

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Am 20. April veranstalten wir einen kleinen Flohmarkt im JuZ. Es gibt Kaffee, Kuchen, ein bisschen Musik und du hast die Möglichkeit deine Sachen zu verhökern.

Du möchtest die Möglichkeit nutzen und einen kleinen Stand haben / aufbauen um deine Sachen an die Leute zu bringen? Dann schreib uns doch bitte eine kleine Anmeldung an: juz-flohmarkt@heqtik.de

Zur Veranstaltungsseite: Link

Zur Facebookseite: Link

17.11. // Sea Shepherd Infostand im Seminarraum

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Das Frankfurter Team der Sea Shepherd wird am 17.11. mit einem Informations- und Merchandisestand an unserem Event Animal Liberation Groove im Seminarraum vertreten sein.

Wir freuen uns darüber sehr und hoffen, dass Sie euch dort über Ihre Arbeit informieren, Fragen zum Thema Meeresschutz und den Erhalt des Ökosystems beantworten, aber auch den einen oder anderen Merchandise-Artikel verkaufen können.

Zur Sea Shepherd Deutschland e.V. Seite

ANIMAL LIBERATION GROOVE – Tanzen für den guten Zweck

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Tanzt mit uns für einen Guten Zweck! Und zwar den… ANIMAL LIBERATION GROOVE (Facebook). Am 17.11. geht es im JuZ Bingen in die Vollen. Denn wir sammeln Spenden. Unterstützt mit uns:

Tullner Pfotenhilfe e.V.Die Tullner Pfotenhilfe unterstützt mit ihrer Arbeit unter anderem ein Tierheim auf Sardinien. Mitarbeiter des Vereins versuchen das Leid der dort lebenden Tiere zu verringern indem Medikamente verabreicht werden, kranke Hunde zum Tierarzt gebracht werden und vor allem den Tieren Aufmerksamkeit und Liebe gegeben wird.
Mit einer einfachen Medikamententherapie kann vielen Hunden das Leben gerettet werden. Jedoch gibt es Niemanden vor Ort, der den Hunden Medikamente verabreicht.
Auf ca. 500-600 in kleinen Betonzwingern lebende Hunde kommen 2-3 Pfleger, die den ganzen Tag mit Reinigungsarbeiten und Fütterung beschäftigt sind.
Mit dem Erlös dieser Veranstaltung helfen wir kranke Tiere vorübergehend in eine Pension zu setzen, damit Medikamente verabreicht werden können oder um schwer verletzte Hunde und Katzen operieren zu lassen.
Aber auch Standardimpfungen, Untersuchungen auf Mittelmeerkrankheiten, ein gültiger EU Impfpass, Ausreiseformalitäten, sowie das Flugticket kosten eine Menge Geld. Doch nur so können wir zumindest einigen Tieren eine Ausreise und vorallem ein neues Zuhause ermöglichen.

Weitere Infos unter zur Pfotenhilfe, Spendenkonto, etc.:
http://www.tullner-pfotenhilfe.at/inseldervergessenen.html

Sea Shepherd Deutschland e.V.

Die 1977 gegründete Sea Shepherd Conservation Society (SSCS) ist eine internationale gemeinnützige Organisation zum Schutz der maritimen Tierwelt. Unsere Mission ist es, die Zerstörung der Lebensräume und das Abschlachten der Tiere in den Weltmeeren zu beenden, um die Ökosysteme und Spezies nachhaltig zu schützen und zu erhalten.

Sea Shepherd bedient sich innovativer Taktiken, um zu ermitteln, zu dokumentieren und wenn nötig gegen illegale Aktivitäten auf hoher See einzuschreiten. Durch den Schutz der Artenvielfalt in den Weltmeeren arbeitet Sea Shepherd daran, das Überleben unseres empfindlich ausgewogenen Ökosystems im Ozean für zukünftige Generation sicherzustellen.

Weitere Infos zu Kampagnen,
Spendenkonto, etc.:
http://www.seashepherd.de/

an den Decks werden euch auf die Ohren geben:

NOISY RABBITS
/// Electro House / Dubstep / Bass

GORAN BIMBEL
/// Polkatribe / Electroswing

SMEILER & D NILO
/// Minimal / Deep House

Wir nehmen uns was wir brauchen – Selbstorganisierte Zentren verteidigen – Soziales Wohnen möglich machen! Demnostration am 13.10.2012 in Frankfurt am Main, 15.oo Hbf

plakatAm 13. Oktober um 15h wird in Frankfurt a.M. eine Demo für selbstorganisierte Zentren und soziales wohnen geben.

Der Aufruf:

Wem gehört die Stadt?
Der neoliberale Umbau des öffentlichen Raumes der letzten 20 Jahre sorgt nicht zum ersten mal für Unmut. Nicht desto weniger hat das Thema nichts an seiner Brisanz verloren – bestimmt es doch ganz maßgeblich unseren Alltag.
Jüngste Ereignisse im Rhein-Main-Gebiet zeigen, dass Stadtpolitiken immer mehr unter unternehmerischen Gesichtspunkten arbeiten. Das bedeutet faktisch, dass die Gestaltung des öffentlichen Raumes immer weniger im Sinne eines – schon immer diffus konstruierten – „Allgemeinwohls“ von statten geht, sondern sich an einer lukrativeren Verwertung des öffentlichen Raumes orientiert. Das zeigt sich an der teils massiven Aufwertung verschiedener Stadtteile, die von einer Stadtplanung möglich gemacht und von privaten Investor_innen mit in die Tat umgesetzt wird. Für Geringverdiener_innen bedeutet dies konkret, dass sie sich die steigenden Mieten in der Innenstadt schlicht und ergreifend nicht mehr leisten können und kontinuierlich aus dem Stadtkern vertrieben werden.
Ganz klassisch zeigt sich hier, dass eben nicht alle Interessen gleichermaßen in einer kapitalistischen Politik berücksichtigt werden. Vor allem auch linke Kulturprojekte, die unter dem Anspruch arbeiten Alternativen zum kapitalistischen Normalbetrieb zu entwickeln, und entgegen verschiedener sozialer Zwänge und Konsumzwang sich zu betätigen suchen, sollen aus dem Stadtbild verdrängt werden. Hier wird nochmals deutlich, dass neoliberale Stadtpolitiken auf ökonomische Interessen, statt auf menschennahe Stadtgestaltung setzen:
Deshalb gehen wir am 13. Oktober auf die Strasse, um gemeinsam ein Zeichen gegen die sich verschärfende Situation im städtischen Raum zu setzen!

Stadt als sozialer Raum
Das sozialer Wohnungsbau unter diesen Entwicklungen leidet bzw. rückläufig ist, verwundert da nicht weiter. Beispielsweise ist doch der Umbau von Mietshäusern zu teilweise luxuriösen Eigentumswohnungen ein Prozess, welcher der Förderung sozialer Wohnbauprojekte und alternativer Wohnprojekte vorgezogen wird! Diese sogenannte „Aufwertung“ vermeintlicher Problemviertel und aus Sicht der Stadtpolitik unattraktiver Viertel, hat die Verdrängung von erschwinglichem Wohnraum im Allgemeinen aus dem Stadtkern zur Folge. Zum einen verstärkt dieser Prozess die Verdrängung von einkommensschwächeren Bevölkerungsschichten aus dem Stadtkern in Richtung der Randbezirke.
Darüber hinaus finden sich auch alle anderen unliebsamen sozial marginalisierten Gruppen, die einem von der Stadt forcierten „sauberen“ und „attraktiven“ Stadtbild nicht entsprechen – seien es Obdachlose, Arbeitslose, Drogenuser_innen oder andere sozial Deklassierte – als Objekte einer repressiven Ordnungspolitik wieder. So lässt sich eine zunehmende Prekärisierung und soziale Ausgrenzung auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens beobachten.
Dies hat sich zum Beispiel in der aufgeheizten Debatte um das Occupy Camp in Frankfurt gezeigt, als mit dem Verweis auf „Sinti und Roma“ die vor der EZB campiert haben, eine medial aufbereitete, rassistische Hetze quer durch die Presselandschaft lief. Ein Ordnungsamt, dass mittlerweile zur Stadtpolizei aufgewertet wurde, und die kontinuierliche Aufrüstung der Polizei zeichnen ein deutliches Bild wie sich Stadtpolitik, nicht nur im Rhein-Main-Gebiet, derzeitig entwickelt.
Die sowieso schon Marginalisierten sollen unsichtbar gemacht werden! Eine Stadtpolitik, die soziale Problemlagen vor allem repressiv zu lösen gedenkt und in der ganzen BRD Schule macht.

Selbstverwaltete soziokulturelle Zentren
Gleichzeitig schreibt sich eine neoliberale Stadtpolitik den Ausbau eines Kulturbetriebes auf die Fahnen. Damit eine Stadt ökonomisch attraktiv ist, geht es auch immer um eine großangelegte „Kulturförderung“ im städtischen Raum. Das Verständnis, das die Stadt hierbei von Kultur hoch hält, sieht diese vor allem als Freizeitangebot, das konsumiert werden soll, an. Auch hier ist die Teilhabe am kulturellen Freizeitspaß an die eigene soziale Lage gebunden und alles was sich nicht unter den förderungswerten Begriff von Kulturproduktion fassen lässt, bleibt ohnehin Außen vor.
Deshalb überrascht es auch nicht dass linke selbstorganisierte Zentren verschiedenster Ausprägungen im gesamten Bundesgebiet, die mit einer Kulturproduktion, die sich vor allem an ihrer Verwertbarkeit für ökonomische und stadtpolitische Kriterien messen soll, nichts zu tun haben will, immer häufiger in Bedrängnis geraten und in vielen Fällen kurz vor dem Aus stehen. Beispiele hierfür gibt es deutschlandweit viele! Im Rhein-Main-Gebiet sind aktuell unter anderem einige Projekte davon betroffen: Das IVI (Insitut für vergleichende Irrelevanz – FFM) ist derzeitig akut von Räumung bedroht, dem Haus Mainusch (MZ) wurde zum Dezember diesen Jahres der Mietvertrag gekündigt und die OA7 (Obere Austraße 7 – MZ) wurde im Zuge der Räumung der Zerstörung durch ein stadtnahes Unternehmen überlassen.
Vor dem Hintergrund eines für uns unerträglichen kapitalistischen Alltags und den nicht tragbaren sozialen Verhältnissen, die vielfach von Zwängen durchzogen sind, ist es umso wichtiger Räume zu schaffen, die versuchen diesen Unzumutbarkeiten etwas entgegen zu setzen: Orte an denen Raum zum Experimentieren, Entwickeln und Nachdenken über andere soziale Verhältnisse und Lebenskonzepte möglich sind und werden, Orte an denen Kultur neu erfunden und unter sozialen Aspekten definiert wird, Orte an denen jede_r ungeachtet von sozialem Status und persönlicher Herkunft teilhaben kann, Orte an denen kein Platz für Diskriminierungen jeglicher Art ist, Orte die Rückzug von sozialen Zwängen möglich machen – in denen Utopien jenseits einer repressiven Ordnung der Dinge neu gedacht und erfahrbar gemacht werden können.

Deshalb rufen wir dazu auf die bedrohten linken Zentren und Projekte zu verteidigen und sich ganz pragmatisch das zu nehmen, was uns eine Politik nicht freiwillig geben wird!

Für die Schaffung und die Erhaltung von ein, zwei, drei – vielen besetzten Häusern und selbstverwalteten Zentren!

Ivi und Mainusch bleiben, eine Obere Austraße 7 gibt es überall!

http://ivi.copyriot.com/wir-nehmen-uns-was-wir-brauchen-%E2%80%93-selbstorganisierte-zentren-verteidigen-%E2%80%93-soziales-wohnen-moglich-machen